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Aufmerksamkeits Defizit Syndrom
A D S , eine Zusammenfassung

Wenn man sich im Umfeld mit Kindern bewegt, so hört man immer mehr von diesem Phänomen.
Inzwischen lesen wir auch in Deutschland immer häufiger die Beschreibung von anstrengenden Kindern. Das Thema „ Das unkonzentrierte und unruhige Kind“ erscheint mittlerweile in fast jeder Elternzeitschrift und das Phänomen wird aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet: Ist es ein Erziehungsproblem? Stimmt irgendetwas mit unserer Gesellschaft nicht mehr, das immer mehr „ Unruhegeister „ aus dem Rahmen fallen? Oder vielleicht liegt es doch nur an der Ernährung?
Meist wird das Problem nicht beim Namen genannt –und es werden weiterhin Mythen und Fehlinformationen verbreitet.
Von daher ist es von enormer Wichtigkeit, sich so intensiv wie möglich mit A D S zu beschäftigen, wenn man Interessierter oder Elternteil eines evtl. betroffen Kindes ist.

Da es sich bei A D S um ein sehr umfangreiches Thema handelt, hier nun die wichtigsten
Informationen in einer Zusammenfassung aus:
Das A D S Buch von Dr. med. Elisabeth-Claus Dr. Dipl.- Psych. Petra-Marina Hammer.

A D S - der Begriff
Der Begriff A D S ( Aufmerksamkeits Defizit Syndrom ) ist in Anlehnung an die amerikanische ADD ( Attention Defizit Disorder ) entstanden. Er steht für die international anerkannte Diagnose von „ Aufmerksamkeits- Störung mit und ohne Hyperaktivität“.

A D S - was ist das?
A D S ist kein Erziehungsfehler und keine gewollte Marotte der Kinder.
A D S ist eine Störung mit neurobiologischen Besonderheiten in den Informations-Verarbeitungs-Prozessen unseres Gehirns..
Diese Störung lässt sich beschreiben durch leichte Ablenkbarkeit, Unaufmerksamkeit, niedrige Toleranz für Frustration, Impulsivität, Aktivitätsüberschuss oder Verträumtsein.
Motorische Unruhe oder Hyperaktivität kann, muss aber nicht gleichzeitig mit auftreten.
A D S ist keine Modekrankheit, mit der man alle „Unarten von Kindern“ erklärt, sondern eine Störung, die gut diagnostiziert und therapiert werden kann.


A D S - die zwei Typen

A D S -Kinder mit Hyperaktivität
Ihre Impulsivität im Verhalten, ihre Ablenkbarkeit und ihr Aktivitätsüberschuss machen es ihnen schwer, Anforderungen in einer größeren Gruppe gut zu meistern, ruhig zu malen oder Spielideen anderer auch mal gelassen zu akzeptieren. Alles ist schnell zu langweilig.
Durch ihre Impulsivität tun A D S Kinder sofort kund, was sie denken, fühlen und wissen, ohne vorher nachzudenken oder die Situation abzuchecken. Hinzu kommt meistens eine Vorliebe für aufregende Situationen. Sie können vor Energie platzen, haben tolle Ideen und ihre Späße finden bei Vielen Anklang. Sind aber andererseits auch bei der geringsten Anforderung, die ihnen im Moment nicht passen, schnell erschöpft.
A D S – Kinder ohne Hyperaktivität
In der Gruppe oder bei besonders lauten Spielen schalten diese Kinder eher auf Rückzug und
spielen für sich. Sie sind meistens besonders ruhig und wirken sehr angepasst.
Sie gelten auch als verträumt.
Die 10 wichtigsten Symptome bei A D S

1) Unaufmerksam und ablenkbar
- Driftet mit der Aufmerksamkeit ab
- Wechselt den Brennpunkt des Interesses
2) Hyperaktiv und/ oder verträumt
- Immer auf dem Sprung
- Schaut Löcher in die Luft und träumt
3) Impulsiv
- Handelt, ohne nachzudenken
- Lebt Gefühle sofort aus
- Abwarten fällt schwer
4) Vergesslich und schlechtes Kurzzeitgedächtnis
- Vergisst schnell, besonders alltägliche Dinge
- Alles, was nicht spannend ist, ist schnell aus dem Sinn
- Verliert oft seine Sachen
5) Wirkt zerstreut oder chaotisch
- Wenig Überblick und geringe Eigenorganisation
6) Regeln einhalten – eine der schwersten Übungen
- Eigensinnig
- Will nur seinen Willen durchsetzen
- Alles und nichts wird endlos diskutiert
7) Arbeitsverhalten lässt zu wünschen übrig
- Kein Überblick und wenig Strategie
- Anfang ist schwer – lieber alles auf die lange Bank schieben
8) Stimmungslabil: Berg- und- Talfahrt der Emotionen
- Schnell gereizt und auf 180- oder zu Tode betrübt
- Stehaufmännchen: Kann schnell vergessen und Enttäuschungen wegstecken
9) Selbstwert-Gefühl im Keller
- Manchmal nach außen „ Powermann“ oder Clown-
allerdings mit hochsensiblem Kern
10) Sozialverhalten- oft eine Katastrophe
- Mangelnde Einschätzung von sich und von den Anderen
- Integration in eine Gruppe – meist schwierig
- Bekommt schnell die Rolle eines Außenseiters zugeschrieben

Darüber hinaus kann man noch auf weitere –mögliche- zusätzliche Auffälligkeiten stoßen.
Lern- und Entwicklungs- Probleme aufgrund von Wahrnehmungs- Verarbeitungs- Störungen
- zum Beispiel:
Auffällige Körper- Wahrnehmung mit Auffälligkeiten in der Motorik
(Schrift, Balancieren, Feinabstimmungen )
Auffällige Seh- Wahrnehmung mit Lese- und Schreibproblemen
Auffällige Hör-Wahrnehmung mit Auffälligkeit in der Sprachentwicklung und
Sprachverarbeitung und/ oder Rechtschreibstörung




A D S und die Probleme im Alltag
Obwohl besonders die unruhigen Kinder eher Aufmerksamkeit erregen und auch früh Diskussionen über ihr Verhalten in Gang setzen, wird die Mehrzahl der Kinder mit A D S allerdings erst in der Schulzeit „ auffällig“ oder zum Problemkind erklärt- und zwar meistens dann, wenn es:
trotz guter Intelligenz, oder sogar Hochbegabung, Lernmisserfolge und. Frustrationen geben.
die Sorge, die Ratlosigkeit und Verzweiflung, - auch über die sich summierenden zusätzlichen Problemen - wie mangelndes Selbstvertrauen, Ängste, Schulkopfschmerzen und wenig Freunde- nehmen ständig zu.
A D S Kinder erleben täglich immer wieder neue „ Katastrophen“, so dass sie sich schnell in einem Teufelskreis der Negativerfahrungen bewegen.
Leider ist das Wissen über die Probleme bei A D S bei uns in Deutschland noch so wenig verbreitet, obwohl immerhin laut ernsthafter Untersuchungen ca.8% aller Kinder ein A D S mit den unterschiedlichsten Ausprägungen haben. .Das heißt: Im Schnitt sind zwei Kinder jeder Klasse – oder über 1 Millionen Kinder in Deutschland – A D S Kinder.
Trotz dieser Untersuchung, werden die betroffenen Kinder und ihre Familien in der Regel verkannt, falsch diagnostiziert und bekommen keine adäquate Hilfestellung. Meistens, wenn man nur die äußere Erscheinungs- Formen und Verhaltens- Auffälligkeiten betrachtet, wird schnell der Ruf nach mehr und besserer Erziehung und kompetenteren Eltern laut. Leider bleiben auch viele Fachleute an dieser vordergründigen Betrachtungsweise hängen, und vergessen , genauer hinzuschauen und die Diagnose A D S in Erwägung zu ziehen. In vielen Spielsituationen in Beratungsstellen wird die Problematik nicht so deutlich, weil sich die Kinder mit der Therapeutin in einer „ 1:1- Situation“ befinden.
Im engen Kontakt mit einem Erwachsenen oder auch im Spiel mit nur einem Kind können sie sehr aufmerksam, motiviert und liebevoll sein. Es ist ihnen möglich, ihre Intuition, Cleverness und Phantasie einzusetzen, denn es ist wenig Ablenkung da, die sie aus ihrem Konzept bringen könnten.
In einer Gruppe wie z.B. Kindergarten oder Schule, die für ein Kind zunächst am „reizintensivsten“ sind, kommt Ablenkbarkeit, Impulsivität und Hyperaktivität mehr zum Tragen, als in einer überschaubareren Situation.

A D S – Kinder können erfolgreich sein!
Berühmte Vorbilder: Das Jahrhundert – Genie Albert Einstein war ein richtig mieser Schüler mit Lern- und Konzentrations- Problemen. Durch Zufall und erst später erkannte ein Universitäts- Professor seine Ausnahmebegabung und überredete ihn, das Abitur zu machen.
Thomas Alva Edison verließ schon mit 7 Jahren die Schule. Er war der schlechteste der Klasse. Als Erfinder arbeitete er zeitweise an über 40 neuen Ideen und innovativen Projekten gleichzeitig.
Winston Churchill war es z.B. erlaubt, nach jeder Schulstunde einmal um die Schule zu rennen, damit er seine motorische Unruhe abreagieren konnte.
Mozart wird als ungeduldig, impulsiv, ablenkbar, respektlos, aber auch kreativ, innovativ und gefühlsbetont beschrieben. Er war nur in seiner Musik und seinen Kompositionen organisiert und konnte hier seine besondern Begabungen umsetzen.

Kinder und Erwachsene mit A D S, können sich entsprechend ihrer Fähigkeiten entwickeln und ihr Leben selbstbewusst und selbständig gestalten.
Wir können dabei aktiv mitwirken, denn es gibt effektive Hilfen – man muss sie nur kennen.
Eine aus Unkenntnis praktizierte Stigmatisierung als „Störenfried“, „Versager“ oder
„ Außenseiter“ sollte der Vergangenheit angehören.




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