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< September, 2010 >
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| Was ist Bildung
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Was ist Bildung
Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Bildung“ ist durch die aktuelle gesellschaftlich und politisch Diskussion um Bildung und Erziehung unverzichtbar.
Die Definition im Duden ist wie folgt: Bilden bedeutet, einer Sache Gestalt und Wesen geben.
Der Bildungsbegriff kam schon in der Antike vor. Etwa 1800 wurde der Begriff in der Pädagogik aufgenommen und unter anderem von Wilhelm von Humboldt und Heinrich Pestalozzi als Selbstbildung und ganzheitliches Lernen in allen Arbeitsfeldern verstanden.
Auch der Namensgeber des Kindergartens Friedrich Fröbel stellt Forderungen nach einem Bildungsauftrag des Kindergartens.
Eine weitere Pionierin des Bildungsauftrages in Kindertageseinrichtungen ist Maria Montessori. Ihr war es wichtig, Kindern je nach Entwicklungsphase Anregungen zu bieten.
Ihr Motto: „Hilf mir, es selbst zu tun!“, haben wir auch zu unserem Motto gemacht.
Im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG), das am 01.01.1991 das bis dahin geltende Jugendwohlfahrtsgesetz in NRW ablöste, wird im Paragraf 22 der heutige Bildungs-auftrag für Kindertageseinrichtungen aufgewertet.
Der enge Zusammenhang der drei Begriffe „Betreuung, Bildung und Erziehung“ wird in Punkt 2 festgehalten.
Damit haben wir zusammengestellt, was dieser viel gebrauchte Begriff umfasst.
Was verstehen wir unter Bildung?
Bildung ist ein Prozess, bei dem eigene Potenziale entwickelt werden und sich Individualität herausbildet.
• Bildung ist ein Entfaltungsprozess in der Auseinandersetzung mit inneren und
äußeren Anregungen und die Befreiung von Zwängen.
• Bildung heißt, sich mit der Welt auseinander zu setzen und sich ein Bild von
der Welt zu machen.
• Bildung kann nicht erzeugt oder gar erzwungen werden, sondern nur angeregt und
ermöglicht werden.
• Aneignung ist ein aktiver, subjektiver Prozess, bei dem Fremdes in Eigenes
verwandelt wird. Alle Kräfte müssen in diesen Bildungsprozess einbezogen
werden; nicht nur die kognitiven, sondern auch die sozialen, emotionalen und
ästhetischen.
Bildung geschieht in unterschiedlicher Weise. Es gibt die organisierte Bildung in Form von Angeboten, die freiwilliger Natur sind. Gilt es z.B. Defizite aufzuarbeiten, gibt es Förderungen, die strukturiert aufbauende Ziele haben.
Es gibt aber auch ungeplante und nicht beabsichtigte Bildungsprozesse, die sich im Alltag der Kinder ergeben, ohne das Prozesse von den Erwachsenen vorstrukturiert oder begleitet werden.
Konkret heißt das für unsere pädagogische Arbeit:
Zeiten und Räume nicht völlig durch Angebote zu verplanen und durch Förderungen zu strukturieren, sondern für eigenbestimmte Bildungsprozesse der Kinder offen zu halten.
Kinder setzen sich vom ersten Lebenstag an aktiv mit der Welt auseinander. In den ersten sieben Lebensjahren werden die Grundstrukturen für Bildung im Gehirn angelegt. Kinder sind neugierig und haben Ideen, die sie entfalten müssen, sonst gehen sie verloren.
Kinder haben Fragen. Sie sollen nicht beantwortet werden, sondern dazu angeregt und begleitet werden, Antworten zu finden.
Kinder lernen durch andere Menschen. Sie wollen sich mit Erwachsenen auseinander- setzen.
Kinder brauchen Erwachsene, die ihnen passende Anregungen bieten, die selbst Weltwissen haben, neugierig sind, Fragen haben und Leidenschaft für bestimmte Themen zeigen.
Kinder brauchen Vorbilder in Sachen Bildung.
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