Kreativer Bereich

Phantasie und die Kreativität stellt ein Muss in allen Lebenslagen dar. Sie eröffnet Möglichkeiten der Selbstverwirklichung im schöpferischen und experimentierenden Umgang mit unterschiedlichen Materialien und Medien.

Unsere Kinder müssen heute mit vielen Eindrücken zurechtkommen und finden viel zu wenige Ausdrucksmöglichkeiten.
Die kindzentrierte Arbeit im Kindergarten greift Ausdrucksmöglichkeiten auf und ermöglicht damit den Kindern, Lernprozesse als Bedürfnis zu erkennen. Das aktive Kind, das sich in der Interaktion mit seiner Umwelt bilden will, zeigt einen gesunden Lerneifer.

Wir schaffen immer wieder neue Erfahrungsräume, um die kindliche Neugier zu fördern. Setzt sich ein Kind aktiv mit seiner Umwelt auseinander und bringt die Erlebnisse zum Ausdruck, wird die Wahrnehmungsfähigkeit gefördert und das Vorstellungsvermögen angeregt. Kinder brauchen die Möglichkeit, sich auszudrücken und ihre Kreativität und ihre Schaffenskraft kennenzulernen und umzusetzen.

Die Erzieherinnen leben eine aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt vor; geben Freiräume und setzen Anreize, damit Kinder ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten weiter entwickeln können. Im Herbst beispielsweise versucht das Kind die fallenden Blätter aufzufangen, schlurft durch das Laub, sammelt schön gefärbte Blätter und gestaltet damit kreative Bilder.

Möglich wird das durch eine dem Menschen eigene Produktivität, die sich in der sinnlich gestaltenden Aneignung der Dinge dieser Welt zeigt: der Phantasie. Die Phantasie erlaubt dem Menschen, Gegenstände, Werkzeuge und Tätigkeitsformen immer wieder weiter zu entwickeln und auch neu zu entdecken.

Ein interessiertes Kind steigert von sich aus Konzentration und Ausdauer und zeigt ein elementares Bedürfnis, sich spontan gestaltend zu beschäftigen. Die Fähigkeit zum Gestalten ist bei allen Kindern vorhanden. Das Erleben der individuellen Arbeit, die sich von den Arbeiten links und rechts am Tisch unterscheidet, hilft den Kindern, ihre Fähigkeiten für sich und in der Gemeinschaft weiter zu entwickeln.
Schablonen sind nur dann sinnvoll, wenn es um technische Genauigkeit und Fingerfertigkeit geht. Geht es jedoch um Kreativität und das Lernen in Gestaltungsprozessen, muss auf Schablonen verzichtet werden.
Ästhetische Erziehung heißt, ein Kind verständnisvoll und helfend anleiten, so dass es ein Werk nach seinen eigenen Inhalten erstellen kann. Erst durch das aufmerksame Beobachten des kindlichen Schaffensprozesses erhält man den Einblick in die tiefsten Vorgänge beim denkenden Kind. Genau an dieser Stelle kann man durch geeignete Angebote und Materialien gezielt fördern, den Prozess hilfreich begleiten, Impulse geben, loben und aufmuntern.