Kognitiver Bereich

Die Entfaltung der kognitiven Fähigkeiten gehört als natürlicher Baustein zum ganzheitlichen Entwicklungsprozess eines Kindes auf der Basis von gehirnphysiologischen Lernprozesen. Kinder sind Weltmeister im „Denken lernen“.

In den ersten drei Jahren steht Kindern ausschließlich das implizite Lernen zur Verfügung, d.h. sie sammeln und speichern ihre Erfahrungen auf der unbewussten Ebene. Die Erfahrungsspeicherung läuft schnell, sehr effektiv und fehlerfrei, da die Kognition noch nicht eingeschaltet ist. Ab dem dritten Lebensjahr kommt die zweite Ebene des bewussten Lernens dazu. Beim expliziten Lernen schaltet das Gehirn das bewusste Sammeln von Erfahrungen zu den unbewussten Lernstrategien dazu. Das erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Konzentration und hängt stark von den kognitiven Ressourcen ab.

Da das Denken zunächst noch sehr stark an die Wahrnehmung und Anschauung geknüpft ist, gilt es die Sinne zu schulen. Je reichhaltiger und vielseitiger die Wahrnehmungen sind, umso mehr Wissen kann sich das Kind über die dringliche, soziale und kulturelle Welt aneignen. Die Erzieherinnen helfen den Kindern beim Verbalisieren der Beobachtungen und Erfahrungen, weil auf diese Weise die Wahrnehmungen bewusster werden und Unvollständigkeiten ergänzt werden können. Die Rückmeldung der Erzieherin ist für ein Kind sehr hilfreich, da sie ihr verdeutlicht, in wieweit seine Aussagen und Botschaften verstanden wurden.

Wir gehen auf die Fragen eines Kindes ein und ermutigen es, weiter zu fragen. Lässt man sich auf solche Fragen ein, muss man
oft wie Kleinkinder zur Forscherin werden, - einfach so, aus dem hohlen Bauch heraus, lassen sich nämlich nicht alle Fragen beantworten.
Schnell stoßen wir an die Grenzen unseres eigenen Wissens. Gemeinsam mit den Kindern gehen wir auf die Suche nach relevanten Informationen; bei komplexeren Fragen und bei Interesse einer größeren Gruppe von Kindern im Rahmen eines Projektes.
So werden Erzieherinnen und Kinder bald zu Spezialisten auf unterschiedlichen Gebieten.

Es gibt im Kindergarten keine Lehrpläne, weil exemplarisches Lernen die Regel ist. Bei entsprechender Planung und Steuerung wird sichergestellt, dass im jeweiligen Projekt die Kompetenzen gefördert werden, die in den Bildungsplänen des Bundeslandes NRW genannt sind.

Das Planen ist eine der wichtigsten kognitiven Fähigkeiten. Deshalb nutzen wir jede Chance, Kinder zum Planen zu motivieren: in der Freispielzeit, bei Gruppenaktionen, Programminhalten, Festgestaltungen…..
Meinungen und Einstellungen der Kinder werden akzeptiert und diskutiert, demokratische Verhaltensregeln geübt;
Wünsche, Bedürfnisse und Vorschläge der anderen Kinder werden berücksichtigt. Auch Kindergartenkinder begreifen, - im geübten Kontext in der Gruppe -, dass u.a. ein Plan ein ausgehandelter Kompromiss von mehreren Personen ist.

Das Lernen im Vorschulalter bedeutet keinesfalls „pauken“ und möglichst viel Wissen anzuhäufen, um es dann bei Bedarf wieder wie ein Computer „auszuspucken“. Dennoch verbinden viele Eltern mit dem Begriff „Förderung“ mit "Intelligenz".