Die Sprache ist ein wichtiges Kommunikationsmittel

Bereits mit der Geburt beginnt der Erwerb der Sprache. Über die Sprechmelodie und die Klangfarbe transportieren Mutter und Vater Gefühle und Stimmunggen, die das Kind versteht, lange bevor es selbst sprechen kann.

Über die Sprache wird das Kind mit seiner Umwelt, seinem Kulturkreis vertraut gemacht. Mit der Muttersprache werden ihm Werte, Normen und Regeln vermittelt. In der Erstsprache werden die Grundsteine der Sprachentwicklung gesetzt. Je umfangreicher ein Kind die Erstsprache beherrscht, desto leichter fällt es ihm, eine zweite Sprache zu erlernen. Das ist von besonderer Bedeutung für die Kinder, in deren Familie Deutsch nicht die Erstsprache ist. Das Erlernen der Muttersprache und die damit verbundene fast tägliche Erweiterung des Wortschatzes stellen eine beachtliche Lernleistung dar, die wir unterstützen wollen.

Im Rahmen des gesamtstädtischen Konzeptes zur Sprachförderung nehmen Erzieherinnen aus den Kindergärten an entsprechenden Fortbildungen teil, um auch Aussiedler- und Migrantenkinder adäquat fördern zu können.

Im Kindergartenalltag werden Kinder mit sprachlichen Auffälligkeiten ab dem ersten Kindergartenjahr gefördert. Die gezielte Sprachförderung findet regelmäßig statt. Sie wird ganzheitlich gestaltet und hat zum Ziel, dass die Kinder sich zunehmend inhaltlich und sprachlich differenzierter ausdrücken können. Auch zur Sprachentwicklung der Kinder erfolgt eine systematische Beobachtung mit anschließender Dokumentation.

Die Sprache versteht sich als integrierter Bestandteil einer erfolgreichen persönlichen Entwicklung. Die Freude am freien Sprechen, den Wortschatz zu erweitern, in ganzen Sätzen folgerichtig zu erzählen, fördern wir täglich bei Gesprächen mit Bildern, Reimen, Zungenbrechern, Finger- und Wortspielen sowie Geschichten.

Um Sprachentwicklungsproblemen vorzubeugen, erfolgt zwei Jahre vor der Einschulung ein Sprachtest. Der Sprachtest "Delfin 4" gliedert sich in zwei Stufen In der ersten Stufe wird mit der Erzieherin das Spiel "Besuch im Zoo" durchlaufen und von einer Lehrkraft ausgewertet. Sprachlich auffällige Kinder nehmen an der zweiten Stufe teil. Die Lehrkraft spielt mit jedem Kind das "Pfiffikus-Haus" und achtet dabei besonders  auf den Satzbau, Aussprache und Erzählfähigkeit. Für jedes Kind, das auf Grund des Testverfahrens eine zusätzliche Sprachförderung benötigt, stellt das Land dem Kindergarten jährlich 345,-€ zur Verfügung. Wir investieren dieses Geld in eine zusätzliche Sprachförderkraft.

Eine wesentliche Voraussetzung für den Spracherwerb ist für uns jedoch die Wertschätzung des Kindes als Person und seine Muttersprache.

Hierbei ist von besonderer Bedeutung:

• Das Zuhören,
• Das Aussprechen lassen,
• Das Sprachanregungen geschaffen werden.

Sprache ist die einzige Fähigkeit, die Kinder nur im beständigen, unmittelbaren persönlichen Kontakt zu einem Menschen lernen und verfeinern. Laufen, Springen und Spielen können Kinder üben und probieren, ohne das ein anderer Mensch ständig anwesend sein muss. Sprechen aber lernen Kinder nur im direkten Kontakt mit einem anderen Menschen.

Sie brauchen Bezugspersonen, die sich ihnen zuwenden, ihnen zuhören und sie verstehen. Kinder brauchen gute Vorbilder, die sie freundlich und anerkennend unterstützen, ihre Sprechfreude anregen, durch ihre Sprechweise die Artikulation, den Wortschatz und die Grammatik vermitteln und Kritik oder Nichtachtung vermeiden.